PM Dr. Pfeil MdL: Wissenschaftsministerium verschließt die Augen vor der dramatischen Situation im Grundschulbereich und der „Klebeeffekt“ wird negiert!

„Wenn die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends aus dem Frühsommer 2021 für die Schulministerin ein Alarmsignal sind, die sie dazu veranlassen, nochmals alle Verbesserungsmaßnahmen auf den Prüfstand zu stellen, sollte sie sich mit der Antwort ihrer Kabinettskollegin und Wissenschaftsministerin auf die Kleine Anfrage 468 „Folgen der fehlenden Studienbefragung zur Ermittlung des „Klebeeffekts“ bei der Grundschullehrerausbildung!“ auseinandersetzen“, erläutert Pfeil.

 

„Wir haben in der StädteRegion Aachen fast 1.000 Schülerinnen und Schüler zusätzlich (das sind praktisch 64 neue Grundschulklassen) in den Grundschulen und gleichzeitig nur noch ca. 75 % ausgebildete Grundschullehrer, die Unterricht gestalten. Jede Woche fallen ca. 2.000-3.000 Unterrichtsstunden aus, was rein rechnerisch bedeutet, dass in jeder Woche in rund 130 Grundschulklassen kein Unterricht stattfindet.

 

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Die ganze Situation wird dadurch kaschiert, dass Förderunterricht ausfällt, die Sonderpädagogen werden im Regelunterricht eingesetzt, Klassen werden aufgeteilt oder stundenweise nach Hause geschickt, Lehrkräfte unterrichten zwei Klassen mit offenen Türen gleichzeitig. Aber wenn man dann die nackten Zahlen sieht, ist die derzeitige Lage einfach nur erschreckend“, zeigt sich Pfeil enttäuscht.

 

„Zum wiederholten Male habe ich daher in dieser Kleinen Anfrage Vorschläge gemacht, die Schul- und Lernmisere zu verbessern“, erklärt Pfeil. Da klingt es wenig überzeugend, dass das Schul- und Bildungsministerium alles auf den Prüfstand stellen will und das Wissenschaftsministerium von dem „Klebeeffekt“ nichts wissen will. „Völlige Unkenntnis der Situation vor Ort“, attestiert Pfeil daher dem Wissenschaftsministerium. „Es setzt sich das fort, was in den letzten Jahren aus dem Wissenschaftsministerium zu hören war“, erklärt Pfeil. „Dabei ist allen klar: Die RWTH muss Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer wieder ausbilden! Die letzten fünf Jahre haben gezeigt, dass alle Vorschläge aus dem Wissenschaftsministerium nicht funktionieren, um die Situation hier zu verbessern. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer!“, bilanziert Pfeil.

 

 

„Die Antwort des Wissenschaftsministeriums vermittelt den Eindruck, dass dieser sogenannte „Klebeeffekt“ für die Verbesserung der Schul- und Lernmisere keine Relevanz hat und das ist falsch!“, führt Pfeil weiter aus. „Dies erstaunt, da eine vergleichbare Problematik auch bei der Ausbildung der Hebammen thematisiert wurde und die Anwendung des „Klebeeffekts“ dazu führte, mehr lokale und regionale Ausbildungseinrichtungen zu schaffen“, so Pfeil. „Weiß in dieser Landesregierung eigentlich niemand, was die rechte und was die linke Hand macht bzw. um genauer zu sagen, was das Schul- und was das Wissenschaftsministerium macht?“, wundert sich Pfeil.

Antwort der Landesregierung
MMD18-1252 Folgen der fehlenden Studienb
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