Maßnahmenpaket der Landesregierung zur Verbesserung der Bildungspolitik enttäuscht: Eine Lösung des eklatanten Lehrpersonalmangels für die Region Aachen bleibt

In der heutigen Schulausschusssitzung hat die Schulministerin (CDU) ihr Maßnahmenpaket u.a. zur Verbesserung des eklatanten Lehrermangels in NRW vorgestellt. Das Maßnahmenpaket ist umfangreich und enthält durchaus notwendige, aber letztlich überfällige Ansätze. Insbesondere bezüglich der Ausweitung der Studienplatzkapazitäten kann das Maßnahmenpaket nur als äußerst dünn bezeichnet werden. So wird einmal mehr nichts zur Ausweitung der Studienstandorte gesagt und auch nicht quantifiziert, wie viele Plätze es werden sollen. Dementsprechend gab es auch kein Signal bzgl. des Standortes Aachen.

 

Der Aachener FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Werner Pfeil zeigt sich enttäuscht über das Handlungskonzept der Landesregierung: „Leider ist für besonders betroffene Regionen mit Grundschullehrermangel keine konkrete Lösung avisiert. Ob daher für die Region Aachen eine Entspannung kurz- und langfristig eintritt, ist weiterhin fraglich. Letztlich kann daher nur eine Nebenstelle einer Universität, die Grundschullehrerausbildung bereits durchführt, zu dem sog. "Klebeeffekt" beitragen. Hierauf sollten jetzt alle Anstrengungen in der Region gebündelt werden!“

 

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Weiter zweifelt Pfeil daran, ob die Pläne überhaupt für Aachen sich positiv auswirken: „Dem Schulministerium fehlt der eindeutige Wille, für die Region aus den Kreisen Düren, Heinsberg, Aachen und der Städteregion Aachen eine zeitnahe Lösung zur Verbesserung der Grundschullehrerausbildung zu finden:

 

1. Eine Statistik zum Unterrichtsausfall wurde durch die Landesregierung nicht zeitnah eingeführt, nachdem die Corona-Maßnahmen für die Schulen aufgehoben wurden. Dies ergibt sich aus der Antwort der Landesregierung zu meiner Kleinen Anfrage 776 (LT-Drs. 18/2104).

2. In NRW sind rund 8.000 Lehrerstellen gegenwärtig nicht besetzt. Erst nach Sommer 2023 werden die ersten Daten wieder gesammelt (LT-Drs. 18/2104). Daher dürfte das Ministerium derzeit im luftleeren Raum arbeiten.

 

 

3. Der sogenannte „Klebeeffekt“ wird durch das Ministerium verneint, weil es keine Statistik dazu gibt . Diesbezügliche Aktivitäten sind seitens des MSB NRW erst einmal ausgeschlossen. Dies ergibt sich aus der Beantwortung der Kleinen Anfrage 468 (LT-Drs. 18/1252).

 

4. Im schriftlichen Berichtes des Schulausschusses (Vorlage 18/384) wird begrüßt, die bestehenden Möglichkeiten zum Seiteneinstieg vor Ort noch stärker in den Blick zu nehmen. Durch Quereinsteiger kann der hohe Bedarf an Grundschullehrern in der Region Aachen jedoch nicht ausreichend gedeckt werden.

 

5. In der vergangenen Plenardebatte am 08.12.2022 wurde in der Haushaltsdebatte der Änderungsantrag (LT-Drs. 18/2048) von den regierungstragenden Fraktionen CDU und Grüne mehrheitlich abgelehnt. Dieser enthielt die Forderung für das kommende Haushaltsjahr, in Höhe von 3.000.000 Euro die Einrichtung eines Lehrstuhls Grundschullehramt an der RWTH Aachen voranzutreiben. Diese Initiative dient der besseren Lehrkräfteversorgung in der StädteRegion Aachen, da die Lehrkräfteversorgung in der StädteRegion Aachen landesweit zu den Schlusslichtern gehört.“

 

 

„Das kann man nur als Fundamentalverweigerung auf dem Rücken der Schüler*innen in unseren Land verstehen! Daher gibt es jetzt nur noch eine einzige Lösung, um langfristig wieder mehr Grundschullehrer in die Region Aachen zu bekommen: eine Niederlassung einer anderen Universität. Hierzu werde ich das Ministerium nach der Umsetzung, den Kosten und der Zeitschiene fragen“, zeigt sich Pfeil entschlossen.

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